Die Schweizer Nationalbank warnt vor einer möglichen Immobilienblase
12.11.2010 

In verschiedenen Berichten warnte die Nationalbank vor den Entwicklungen des Immobilienmarktes. Sie hat einerseits den Markt analysiert, aber auch Interviews mit Banken geführt. Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen zum Immobilienmarkt, welche Herr Philipp M. Hildebrand am 28. Oktober 2010 anlässlich eines Referats im Tessin gemacht hat:
-Generell sind in der Schweiz nur moderate Preissteigerungen von 1% bis 4% p.a. feststellbar, jedoch gibt es einige „Hot Spots“, wo die Preissteigerung doch beträchtlich ist.
-Die Preise sind an Orten mit hohen Leerstandsziffern (Zürich, Genf) besonders stark gestiegen.
-Eine längere expansive Geldpolitik steigert historisch gesehen das Risiko einer Fehlentwicklung.
-Die Nationalbank glaubt an die These, dass blasenartige Preissteigerungen oft auf starke, aber fundamental begründbare Preissteigerungen folgen. Das sei in den USA bis 2004 der Fall gewesen.
-Es sei Vorsicht bei der Vergabe von Hypotheken geboten. Eine Umfrage bei den Banken hat ergeben, dass sich tatsächlich Risiken auf der Hypothekarzinsfront aufbauen.
-Einige Banken fallen durch eine wenig konservative Vergabe von Hypotheken auf. Die gewährten Hypotheken würden oftmals die Vergabekriterien der Banken nicht erfüllen.
-Es bestehe kein Grund zur Panik. Der Preisanstieg der letzten Jahre sei mit wenigen Ausnahmen durch die Bevölkerungs- und Einkommensentwicklung erklärbar. Die Ausnahmen seien aber als Warnsignale zu verstehen. Die Risiken leiten sich in erster Linie aus der Hypothekarkreditvergabe ab.
Zusammenfassend bezieht sich die Nationalbank bei ihrer Warnung v.a. auf den Hypothekarmarkt und stellt fest, dass die von den Banken gemachten Regeln anscheinend nicht immer eingehalten werden. Falls dem wirklich so ist, sind die Warnungen verständlich. Eine zu expansive Geldpolitik der Nationalbank mit einer expansiven Vergabepolitik der Banken ist eine explosive Mischung und kann bei steigenden Zinsen rasch zu einem Marktungleichgewicht führen.
Posted by:
Claude Ginesta
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