TV-Kritik: Zürich und die Goldküste bei ausländischen Staatsangehörigen sehr beliebt
01.09.2010 
Vor wenigen Wochen hat das Schweizer Fernsehen in der Sendung 10vor10 einen Bericht über den Zürcher Immobilienmarkt ausgestrahlt, welcher an einer fragwürdige Schlagzeile aufgehängt wurde: Jede vierte Immobilie an Zürcher Goldküste geht an Ausländer.
Wir haben der verantwortlichen Redaktorin von diesem Bericht abgeraten. Denn sobald die Statistiken etwas genauer betrachtet werden, erkennt man: der Ausländeranteil beträgt in der Schweiz etwa 21%. In der Stadt Zürich sogar 23%.
Der Anteil an ausländischen Käufern widerspiegelt die Bevölkerung
Gemäss unseren Erhebungen liegt der Anteil ausländischer Immobilienkäufer seit Anfang 2006 bei 26% und repräsentiert somit relativ gut den vorhandenen Ausländeranteil in der Schweiz. Hinzu kommt der Trend bei Ausländer, das man eher Wohneigentümer und nicht Mieter ist. Einige europäische Länder haben einen Eigentümeranteil von rund 75% gegenüber nur 30-35% in der Schweiz.

Sinkender Anteil von ausländischen Käufern im exklusiven Segment
Bei exklusiven Immobilien mit Verkaufswerten von über drei Millionen Schweizer Franken machten ausländische Staatsangehörige in der Vergangenheit fast einen Drittel der Käufer aus. Bei Luxusimmobilien (ab 7 Millionen CHF) lag der Anteil ausländischer Käufer an der Goldküste, in der Stadt Zürich und am linken Zürichseeufer seit 2006 bei fast 37%. Seit Anfang 2007 ist jedoch ein Rückgang von ausländischen Erwerbern bei Luxusimmobilien zu verzeichnen. Die Gründe dieses Abschwungs sind vielfältig: die Wirtschaftskrise, die faktische Abschaffung des Bankgeheimnis, die Verunsicherung der Finanzmärkte, die Abschaffung der Pauschalbesteuerung für reiche Ausländer im Kanton Zürich aber auch die stetige, und seit 2010 sehr starke Aufwertung unserer Währung gegenüber dem Euro und dem Dollar.
Rückgang der Einwanderung
Was die offizielle Statistik inzwischen bestätigt hat, konnten wir in den letzten 2 Jahren im Immobilienmarkt deutlich sehen: viele ausländische Käufer wohnen bereits in der Schweiz. Nur etwa 5% der ausländischen Käufer seit 2006 hatten bei ihrem Immobilienerwerb noch keinen Wohnsitz in der Schweiz. Dieses Phänomen bestätigt die von offizieller Seite publizierte rückläufige Einwanderungsbilanz, vor allem aus Deutschland. Den Immobilienverkäufern weisst dieser Trend den Weg. Der Immobilienverkauf für Luxusobjekte in der Schweiz muss nicht über im Ausland vermeindlich aktive Maklernetzwerke oder Zeitungswerbung im Ausland geschehen, da die ausländischen Käufer meist schon im Lande sind und zuwarten, bis interessante Immobilienangebote erscheinen.
Das grosse Interesse an einem Immobilienerwerb in der Schweiz kommt nicht von ungefähr. Erstens sind die Schweiz und insbesondere die Stadt Zürich bei Bewertungen zur Lebensqualität seit Jahren auf den vordersten Rängen zu finden. Zweitens gab es in der Schweiz keine Immobilienblase in den letzten Jahren. Und drittens gilt die Schweiz weltweit als sicherer Hafen für Vermögensanlagen aller Art – und damit auch als attraktiver Standort für Immobilien.
Posted by:
Claude Ginesta
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